Tierspuren suchen, Wildkräuter bestimmen und Lebensnetz spinnen – Erlebnisse auf dem Höllberghof


40 Schülerinnen und Schüler kamen zum diesjährigen „Natur zum Anfassen“-Auftakt in Brandenburg auf den Höllberghof. Wir wollten wissen, wie der Projekttag für die beiden Klassen der Grundschule Bestensee aus dem Landkreis Dahme-Spreewald aussah und sprachen dazu mit Jens Schilling, dem Projektleiter vom Höllberghof. Gemeinsam mit dem Wald- und Umweltpädagogen Michael Hauptvogel sowie mit den Mitarbeitern der Naturwacht Brandenburg/Luckau bot er den Teilnehmern ein abwechslungsreiches Programm.


„Natur zum Anfassen“-Team: Hallo Jens! Wie lief die erste Veranstaltung in diesem Jahr, was hatte das Umweltbildungsteam für die Schülerinnen und Schüler vorbereitet?


Jens Schilling: Die Kinder erlebten einen spannenden Tag bei uns in Langengrassau. Zunächst haben sich die jungen Naturforscher auf Spurensuche begeben: Auf einer Feld- und Flur-Wanderung ging es vorbei an Maisfeldern und Feldrainen von bereits abgeernteten Weizenfeldern. Ziel war es, Spuren der Bewohner dieser Bereiche wie Feldhamster, Maulwurf und Feldmaus zu entdecken. Dass jedoch der Feldhamster in Brandenburg bereits ausgestorben ist, war den Kindern gar nicht bewusst und stimmte sie sehr nachdenklich.


Was stand noch auf dem Programm?


Michael Hauptvogel nahm gemeinsam mit den Kindern die Pflanzen des Feldes und der angrenzenden Feldraine unter die Lupe. Sie wurden begutachtet und bestimmt. Außerdem sammelten die Kinder Wildkräuter, die sie dann mit verbundenen Augen am Geruch erkennen mussten.


Was hat den Kindern am Projekttag besonders gut gefallen?

Der Höhepunkt des Exkursionstages war eine Team-Aufgabe: Wir haben alle gemeinsam ein Lebensnetz gesponnen.


Wie funktioniert das?


Als erstes haben wir verschiedene Dinge wie Sonnenlicht, Wasser, Boden, Wildpflanzen, Kulturpflanzen und Wildtiere zusammengetragen und aufgelistet. Dann hat sich jeder daraus einen Begriff gewählt und auf einem Schild umgehängt. Die Gruppe und der Spielleiter bildeten einen großen Kreis. Der Leiter war die „Sonne", wickelte sich das Ende eines langen Wollfadens um das Handgelenk und erklärte: „Ich bin die Sonne. Ich kann für mich allein bestehen. Aber andere brauchen mich und könnten ohne mich nicht leben, wie die Wildblume.“ Er gab den Faden weiter an die Wildblume, sie sagt: „Ich brauche die Sonne, weil ich ohne Wärme und Licht nicht wachsen kann.“ Und so ging es immer weiter: Der Faden wurde jeweils an einen anderen Schüler bzw. an ein anderes Objekt weitergegeben, das sehr wichtig für einen selber ist oder andersherum. Dabei wurde die direkte oder indirekte Abhängigkeit und die Reaktion des einen auf den anderen beschrieben und begründet. Jeder Teilnehmer wickelte den Faden um einen Finger, bevor er das Knäuel weitergab. Dabei war darauf zu achten, dass die Schnur zwischen den Teilnehmern gespannt bleibt. Das Knäuel wurde so lange weitergereicht, bis alle in das Netz einbezogen waren. Zum Schluss kam das Knäuel wieder zur "Sonne". Nun wurde darüber nachgedacht, was geschieht, wenn ein Element im Lebensnetz ausfällt, weil es beispielsweise ausstirbt, wie unser Feldhamster. Auf ein Zeichen hin ließ der betreffende Schüler die Schnur fallen. Dadurch wurde erkennbar, dass das Herausnehmen bzw. Zerstören eines wichtigen Elements das Netz verändert, also das Gleichgewicht stört.


Das klingt spannend! Dann haben die Kinder ja auch spielerisch viel Wissen gesammelt! Danke für diese Eindrücke und viel Spaß noch an den folgenden Projekttagen!


Nächste Woche berichten wir dann von einem Projekttag beim NABU Naturschutzverein Großgemeinde Kolkwitz e.V., wo es auch diese Woche los ging.

Euer Natur zum Anfassen-Team







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